Fixierstift im BMW 2V Boxer

"Never change a running system" frei übersetzt, öffne kein funktionierendes Triebwerk. Mein Motor in der BMW R 100 R (247E) läuft eigentlich gut, aber der Fixierstift des vorderen Kurbelwellenlagers hatte sich aus seiner Position gelöst und lag in der Ölwanne. BMW hatte wohl damals ein Qualitätsproblem mit der Verstemmung des Fixierstiftes.
Was nun?
Weiter fahren und der Motor hält, oder das Gleitlager verdreht sich und unterbricht die Ölzuführung.
Ein kapitaler Motorschaden wäre dann das Resultat. Durch die Lande fahren mit stetigem Gedanken an die Kurbelwelle, möchte ich auch nicht.
57 tkm hat nun der Motor auf dem Buckel. Da die Stößelrohrdichtungen nun inkontinent werden, traf ich die Entscheidung zur Reparatur.
Um einen neuen Fixierstift in das Lagerschild einzusetzen, muss der halbe Motor zerlegt werden. Ich öffne nun doch einen funktionierenden Motor.
Am liebsten würde ich den unmotivierten BMW-Mitarbeiter = .

In der nun folgenden Dokumentation kann die Reparatur mitverfolgt werden.


Zum Vergrößern die Bilder anklicken.

Oh Schreck, ein Metallteil in der Ölwanne. Es ist ein Fixierstift.

Zur Reparatur muss der "Strom" abgeklemmt werden.

Erst die Sternmuttern lösen, damit die Krümmer entfernt werden können.

Deckel mit Anschlußleitungen vom Ölfilter demontieren.

Dann erfolgt die Demontage des Ölkühlers. Die Blende ist schon ab.

Da ein SLS vorhanden ist, müssen die Leitungen am Kopf gelöst werden.

Demontiert werden Tank, Lima- und Anlasserdeckel. Der Anlasser bleibt.

Jetzt wird die Lima und der Hallgeber abgebaut.

Der Stator ist ab, für den Rotor benötigt man eine Spezialschraube.

Die Diodenplatte folgt als nächstes.

Dann ist der Kettenkastendeckel frei zur Demontage.

Die Steuerkette wird geöffnet und kann dann abgenommen werden.

Die Vergaser binde ich mit Kabelbinder fest.

Die Ventildeckel kommen nun an die Reihe.

Die Kopfschrauben werden gelöst und die Kipphebel entfernt.

Ich nehme die Köpfe ab, es geht auch mit.

Blick auf die "308 Grad" Nockenwelle.

Blick zu den zurück gedrückten Stößeln.

Markierte Teile, damit sie wieder an ihrem Platz kommen.

Die Zylinder werden nach vorne gezogen.

Den Sicherungring ent-
fernen, um den Kolbenbolzen zu ziehen.

Die Kolben bleiben vorerst in den Zylindern.

Blick auf Pleuel und Kurbelwangen.

Wichtig, Wärme zur Demontage des Motorritzels.

Das Lagerschild wird mit Hilfe eines Flacheisens aus dem Block gezogen.

Blick auf die vordere Kurbelwelle nebst Zapfen.

Das vordere Lagerschild. Vorne das "Röhrchen" ist das Ölüberdruckventil.

Deutlich ist der fehlende Fixierstift zusehen.

Er hält die innere Lagerschale in ihrer Position.

Verdreht sich die Lagerschale wird die Ölbohrung verschlossen.

Neu eingesetzter Fixierstift. Er kostet 70 Cent.

Der Stift kann durch den Prellschlag nicht mehr verloren gehen.

Ich erwärme den Block zur Montage des Lagerschilds.

Nach dem Lagerschild kommt die Nockenwelle an ihrem Platz.

Ich baue nun noch die Gabel aus, damit ich mehr Platz habe zum montieren.

Auf einer Kochplatte wird das Motorritzel erwärmt.

Nach dem das Ritzel auf dem Zapfen steckt, kann ausgerichtet werden.

Die Steuerkette muß wieder ab, da der Kettenspanner so nicht montiert werden kann.

Der Kettenspanner wird mit einem Kabelbinder fixiert. In den Trichter wird vorab Öl eingefüllt!!!

Dann folgt noch die Montage des Rillenkugellagers.

Nun wird der Kettkastendeckel wieder angeschraubt.

Der Zündauslöser/ Hallgeber wird später mit
der Stroboskoplampe
noch eingestellt.

Der Spickzettel ist hilfreich bei den Elektroanschlüssen.

Ich wiege auf einer Briefwaage die Kolben aus.

2 Gramm schleife ich innen am Kolbenhemd ab. Ob es was bringt?

Alle Übergänge werden mit 3 Bond eingestrichen.

Zylinderfuß und die Stößelrohre werden auch mit 3 Bond versorgt.

Kolben nebst dem Zylinder und die Kopfdichtung nehmen ihren Platz ein.

Gefolgt vom Zylinderkopf mit reparierten Gewinde am Mittelstehbolzen und den Stößelstangen.

Ist der Kopf komplett,
wird in einer bestimmten Reihenfolge und mit Drehmoment angezogen.

Das Gewinde für die Auspuffsternmuttern wird mit Kupferpaste bestrichen.

Den Öldruck aufbauen und schauen ob die Kipphebel mit Öl versorgt werden.

Ruhten die Arbeiten, wurde der offene Motor entsprechend zugedeckt.

Fast wieder komplett, jetzt muß beim Testlauf noch die Zündung eingestellt werden.

Hurra, der "alte Recke" läuft wieder. Hier wird gerade "geblitzt" und die Zündung kontrolliert.

Die Installation-Lap (eng.) war erfolgreich. Der
"Boxer" kann nun seinen Dienst wieder aufnehmen.

Nach der OP wird von mir das Werkzeug gesäubert.

 

 

 

 

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